Roma Aertana Est

Die ewige Stadt und Pompeii 2016
 

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Tag 6 - 06.07.2016 / 21:00 / Rom ist ewig - mein Urlaub leider nicht

Wie der aufmerksame Leser weiß stand am heutigen und letzten Rom-Tag die Via Appia Antica auf dem Programm.


Da der Tag wieder mehr als ein Erholungstag geplant war bin ich ein bisschen später aufgestanden und gegen 9 mit der U-Bahn zum Circo Massimo gefahren von wo dann ein Bus zur Porta San Sebastiano fahren sollte. An manchen Tagen tut er das wohl auch, genau genommen samstags und sonntags, was so aber in keinem meiner beiden Reiseführer vermerkt war. Also hieß es wieder mal ein paar Meter zu Fuß bis zur nächsten Haltestelle laufen und von dort fahren.
Aber wie so vieles im Leben hatte auch diese zuerst ziemlich blöde Sache ihren Vorteil. Denn die nächste Haltestelle lag an den Ruinen der Terme di Caracalla, ein Programmpunkt den ich eigentlich aus Zeitgründen schon von der Liste gestrichen hatte. Aber da ich nun schon mal davor stand bin ich dann auch rein.



Die Terme di Caracalla wurden ca. 200 Jahre n. Chr. von Kaiser Caracalla gebaut und sind durchaus mit einem modernen Wellnessbad vergleichbar. Der ca. 10ha große Komplex beinhaltete ein Außenbecken, mehrere unterschiedlich temperierte Innenbecken, zwei Saunen, eine Sporthalle innen und einen Sportplatz außen, Massageräume und Sonnenterrassen sowie jeweils eine griechische und eine lateinsche Bibliothek. Täglich ließen es sich hier 6000 - 8000 Römer gut gehen während in den 9,5km langen unterirdischen Tunneln hunderte Sklaven dafür sorgten das die Anlagen und Einrichtungen einwandfrei funktionierten.

 

 

Die Terme wurde bis Mitte des 6. Jahrhunderts genutzt bevor bei einer Belagerung Roms die Wasserversorgung (die Becken hatten insgesamt ein Fassungsvermögen von ca. 10.000m3) durch die Zerstörung der Aquädukte gekappt wurde.

Heute werden während der Sommermonate in den Ruinen Opern und sonstige Konzerte aufgeführt, so tritt übernächstes Wochenende z.B. Neil Young auf...eigentlich ein Grund grad nochmal hier her zu fliegen :-)



Nachdem ich die Besichtigung beendet hatte bin ich dann zur hiesigen Bushaltestelle und nach knapp 20 Minuten kam dann auch der Bus zur Porta San Sebastiano. Dort angekommen hab ich mir dann wie gestern schon geschrieben ein Fahrrad geliehen und  mich auf den Weg über die "Königin der Straßen"(wie sie von den alten Römern genannt wurde) gemacht.
Die ersten 90km der Straße wurden ca. 300 Jahre v. Chr. angelegt und bis ca. 200 Jahre v. Chr. bis zum 540km entfernten Brindisi an der Adriaküste ausgebaut. Da mir das aber für heute ein bisschen zu weit war hab mich mit den ersten 20km zufrieden gegeben.Auf dem ersten Stück war der Straßenverkehr noch ziemlich heftig, aber nach knapp 2km war die Straße dann für Autos gesperrt und ab da war die Strecke wirklich ein Genuß.
Vorbei an der Kirche "Domine Quo Vadis?" ging es dann zur "Basilica & Catacombe di San Sebastiano" wo ich angehalten und mir einen Teil der besterhaltesten Katakomben Roms angeschaut habe. Die Katakomben verlaufen auf 3 unterirdischen Ebenen mit einer Gesamtlänge von über 12km und bargen einst über 65.000  Einzelgräber. Außerdem liegt  hier der heilige Sebastian begraben und die Geschichte sagt das die Gebeine von Petrus und Paulus zum Schutz vor den Römern von den frühen Christen aus Rom hierher gebracht und zwischengelagert wurden.



Von hier ging es dann weiter, zum Teil über Kopfsteinpflaster, zum Teil aber auch über original erhaltene Abschnitte der alten Römerstraße, vorbei an Feldern und zahlreichen Ruinen einstiger Kaiserpaläste und Villen. Und auch heute noch zählt dieses Gebiet zu den besten Wohngegenden Roms (und wohl auch zu den teuersten, den von den eigentlichen Villen hab ich fast nichts gesehen, die sind hinter langen Zufahrtsstraßen und Parkanlagen versteckt) was aber auch kein Wunder ist, wenn man bedenkt das man sich hier keine 5km außerhalb der hektischen und lauten Stadt befindet und das Gefühl hat irgendwo ruhig und abgeschieden auf dem Land zu wohnen.



Nach ca. 4 Stunden hatte ich dann die knapp 40km hinter mir und bin dann wieder mit dem Bus und der U-Bahn in mein B&B gefahren.
Hier werde ich jetzt duschen, packen und dann noch was essen gehen bevor es dann morgen mit dem Auto nach Gragnano an den Fuss des Vesuvs geht.

6.7.16 19:51

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